So entstand der Bauernkalender - das Projekt eines Kleinverlages

Bauernkalender gibt es seitdem es Menschen gibt. Und 2005 entstand die Idee des Bauernkalenders mit der Prise Erotik. Warum sollten sich bloss Feuerwehrmänner und Krankenschwestern von ihrer schönsten Seite zeigen? Zu lange waren die Bäuerinnen und Bauern als stolze Berufsgruppe vernachlässigt gewesen. Dabei, was würden wir ohne sie tun? Ihre Arbeit besteht in der Umwandlung von Sonnenenergie, damit wir etwas zu essen kriegen. Und dennoch werden sie von links und rechts und von überall immer nur angegriffen. Zeit, etwas zur Imageverbesserung zu machen.

Mit den besten Wünschen für ein gutes Gelingen von Seiten des schweizerischen Bauernverbandes, aber auch der österreichischen Jungbauernschaft, entstand so der Bauernkalender, der sich doch bereits von Anfang an deutlich von allen anderen Kalendern unterschieden hat und von Anfang ein eigenes, starkes und anderes Profil aufwies - Verwechslungsgefahr ausgeschlossen.

«Die Bauernschaft leidet immer noch unter dem Vorurteil, dass sie eher konservativ und verklemmt ist», sagte Urs Schneider, stellvertretender Direktor des Bauernverbandes. «Da finden wir es gar nicht so schlecht, dass es dazu ein Gegengewicht gibt.» In der Realität sei das Landvolk nun mal eher aufgeschlossen, innovativ und zeitweise sogar sehr unorthodox. Und Mediensprecher Roland Furrer: «Wir stehen dem erotischen Bauernkalender positiv und wohlwollend gegenüber.»

In Partnerschaft auch mit der Zeitung Schweizer Bauer ist der Bauernkalender heute aus der schweizerischen Landwirtschaft nicht mehr weg zu denken. Die Auflage beträgt inzwischen 18'500 Stück - begonnen hat es 2005 mit 6000 Exemplaren! 2006 waren es 8000, 2007 10'000, 2008 11'500, 2009 kamen neu 4000 Boys dazu und 2010 macht die Boy-Auflage schon 7000 Stück aus.

Auch Ex-Bundesrat Joseph Deiss wünschte dem Bauernkalender viel Glück.

Bereits in kurzer Zeit hat der Bauernkalender deutlich zur Verbesserung des Images der Landwirtschaft beigetragen. Unter anderem ist das daran ersichtlich, dass das Interesse für landwirtschaftliche Berufe bei Jungendlichen gestiegen ist.

Es wird in der Schweiz wohl über kein Printprodukt soviel berichtet wie über den Kalender. Es mag drei Gründe für das grosse Echo geben: Der Kalender bricht mit dem Tabu der bodenstämmigen Bäuerin, zudem sind Bäuerinnen als romantische Projektionsflächen eine lange vernachlässigte Gruppe, und letztlich bedient der Kalender Sehnsüchte nach einer heilen Welt.

Anders als bei seinen Nachbarn, wo das Projekt von mächtigen Bauernorganisationen getragen wird, ist der Bauernkalender das private Risikoprodukt eines Kleinverlages; er wird von niemandem subventioniert.

Im Gegenteil: 2006, 2007, 2008 und 2009 haben zwei Kinderorganisationen, die Stiftung für Landwirtschaft und Behinderte sowie Terre des Hommes vom Bauernkalender eine Spende bekommen.

Presseartikel 2014

Presseartikel 2010