Berner Zeitung, 4.10.2007

© Berner Zeitung; 04.10.2007

Sandra Müller aus Matzendorf ist das September-Girl im Bauernkalender

«Ich bin gerne ein Landei»

Die Matzendörferin Sandra Müller ist Aerobic-Leiterin und zweifache Mutter. Und seit neustem Model im Bauernkalender.

Wenn die Städter glauben, nur in Solothurn sei es neblig an so einem Herbstmorgen wie gestern, so sei ihnen versichert: Auch auf dem Land im Thal schafft es die Sonne nicht, das Grau zu durchdringen. Trotzdem würde Sandra Müller um keinen Preis dieser Welt mit der Stadt tauschen. «Ich bin ein Landei», sagt sie und meint es stolz.

Sie sei in Matzendorf aufgewachsen und liebe das Landleben. Das glaubt man ihr aufs Wort, während Hündin Kimba im Einfamilienhaus um die Beine streicht. Draussen im provisorischen Gehege beobachten sieben putzige Golden Retriever Welpen aufmerksam das Geschehen. Sie sorgen noch – fünf der sieben sind bereits verkauft– für Betrieb wie die beiden Kinder Alicia (5 Jahre) und Luca (7).

Den Mann überrascht

Eine Idylle auf dem Land wie aus dem Bilderbuch. Das war wohl auch der Grund, warum sich Sandra Müller angesprochen fühlte, als sie in der «Schweizer Illustrierten» den Aufruf fand, als Model beim Bauernkalender mitzumachen. «Beziehung zum Landleben», war nämlich eine Voraussetzung, die erfüllt werden musste. Sie, die mit Hühnern, Enten, Gänsen und Kaninchen aufgewachsen ist und deren Tante einen Bauernhof führt, meldete sich.

«Ich habe gedacht, die nehmen mich nicht», war ihre Erwartungshaltung und deshalb sagte sie ihrem Mann Marco auch nichts. Erst, als sie tatsächlich zu einem Casting nach Zürich eingeladen wurde, «beichtete» sie es ihm. «Er hat positiv reagiert», erzählt sie. Also ging sie und wurde unter den 50 nach Interview und Fototermin ausgewählt.

Ein Geburtstagsgeschenk

Das war im Juli und wurde für sie zum Geschenk zu ihrem 30. Geburtstag, der eine Woche nach dem Fotoshooting stattfand. «Ja, es hat mir Spass gemacht und ich würde gerne weiter als Model arbeiten», zieht Sandra Müller Bilanz. Sie stehe gern vor der Kamera und der Fototermin auf dem Bauernhof in Bachs sei sehr angenehm gewesen.

Ihre Kolleginnen auf dem Kalender hat sie mit wenigen Ausnahmen nie kennengelernt. Vielleicht folgt dies bei einer Vernissage, falls es eine solche gebe, fügt sie bei.

Sie sei sehr zufrieden mit den Fotos und froh, dass sie im Gegensatz zu anderen Models nicht allzu viel nackte Haut präsentiert. Dies auch aus Rücksicht auf die Kinder. Der Kalender werde sicher in der Küche hängen.

Das Werk selber hat sie noch nicht zu Gesicht bekommen, aber die Reaktionen sind nicht ausgeblieben. «Seit Dienstag läutet nonstop das Telefon», berichtet sie. Nicht nur wegen dem Kalender, sondern auch wegen einem Bild in der «Schweizer Illustrierten». Dieses Fotoshooting der ganzen Familie dauerte geschlagene anderthalb Stunden, denn dort war nicht nur die Familie abgelichtet, sondern alle sieben Welpen waren zu sehen. Das es ein «Gschnurr» im Dorf geben werde, wenn der Kalender herauskommt, sei ihr bewusst, störe sie aber nicht gross. Als Aerobic-Leiterin im Turnverein ist sie Öffentlichkeit gewohnt.

Beat Waldmeier

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