Basler Zeitung, 4.10.2007

© Basler Zeitung; 04.10.2007

«Das Ross war megastur»
Tanja aus Lupsingen posierte für den neuen Bauernkalender

INTERVIEW: PHILIPP LOSER

Das Warten hat ein Ende: Der Bauernkalender 2008 ist erschienen. Der Dezember wird von einer Baselbieterin verschönert: Tanja (19) ist «Miss Dezember».

baz: Tanja › wir verzichten hier bewusst auf den Nachnamen › auf Ihrem Kalenderbild sieht man mehr Ross als Tanja. War das so gewollt?
Tanja: Nein, eigentlich nicht. Klar war, dass ich auf einem Pferd posieren sollte. Wir haben drei Stunden lang fotografiert › und hatten danach eine ziemliche Auswahl. Jenes Bild, das jetzt im Kalender zu sehen ist, hat mir am besten gefallen.

Im Gegensatz zu den anderen Frauen sind Sie total nackt. War das kein Problem während des Shootings?
Es hat schon Überwindung gebraucht. Aber man muss das mit ein bisschen Distanz sehen. Wichtig war, dass ich nicht mehr zeige, als jetzt tatsächlich zu sehen ist.

Gabs schon Reaktionen?
Ja, ausschliesslich gute.

Auch vom Freund?
(lächelt) Ja, der findets cool.

Wer kam auf die Idee, Sie auf einem Pferd zu fotografieren?
Da fragen Sie mich was. Als ich zum Fotoshooting kam, wollten die Leute zuerst wissen, ob ich überhaupt reiten könne. Dabei hatten Sie das Sujet schon ausgewählt. Sie hatten Glück, dass ich schon geritten bin; das Ross war megastur. Darum dauerte das Shooting lange: Wir mussten mit ihm immer wieder Runden laufen…

Liest man den Text unter Ihrem Bild, wäre es logischer, Sie hätten auf einem Esel posiert. Sie würden sich gerne um die Esel auf dem Hof kümmern, steht da.
Das hab ich mir auch gedacht. Ich bin gerne um die beiden Esel herum › gepflegt werden sie aber eher von meiner Schwester. Das Posieren auf dem Esel wäre nicht einfacher gewesen: Als wir früher mit unserem Pferd und den Eseln ausritten, blieb der Esel manchmal einfach am Strassenrand sitzen. Sehr störrisch.

Sie arbeiten auf einer Bank. War es für Sie nie Thema, Bäuerin zu werden?
In der Primarschule war ich sicher, Bäuerin zu werden. Heute gefällt es mir sehr gut auf der Bank. Aber wer weiss? Wenn in zehn Jahren mal eine solche Entscheidung ansteht, kann ich mir das durchaus vorstellen.

Warum haben Sie sich für den Bauernkalender beworben?
Ich fands eine clevere Idee, damit das Image der Landwirtschaft aufzubessern. Im Moment planen sie auch einen Kalender mit Männern…

Dann müsste Ihr Bruder ja bereits in den Startlöchern stehen…
(lacht) Ich glaube nicht, dass er mitmachen wird. Er hats nicht so mit Fotografieren…

Sie zieren das Dezemberkalenderblatt. Ihr Wunschmonat?
Ja! Vor Weihnachten verkaufen wir auf dem Hof jeweils Christbäume. Mein Vater meinte, ich könne doch gleich noch einen Stand aufmachen… aber das natürlich nur im Scherz.

Die Frauen im Kalender wirken sehr naturverbunden. Zu Recht?
Das würd ich schon sagen. Ich könnte mir nie vorstellen, in der Stadt zu wohnen. Ich fühle mich dort verloren. Mein Fahrlehrer muss regelmässig lachen, wenn wir in der Stadt unterwegs sind. Ich weiss einfach nie, wo ich mich gerade befinde.

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