Basellandschaftliche Zeitung, 26.5.2007

© Basellandschaftliche Zeitung / MLZ; 26.05.2007;

Zwei Hingucker im Stall

Büren. Die Schwestern Julia und Esther Hersperger wollen in den Bauernkalender

Julia und Esther Hersperger haben am Casting für den Bauernkalender 2008 teilgenommen. In den nächsten Tagen erfahren die beiden Bauerntöchter aus Büren, ob sie es geschafft haben.

Bea Asper

«Warum nicht?» Die 21-jäh-rige Julia Hersperger ziert sich nicht, ihren Körper zu zeigen. Nacktfotos seien für sie kein Tabu, obwohl solche Aufnahmen für sie eine neue Erfahrung seien. «Wir wussten, dass es sich um erotische Bilder handelt.» Julia Hersperger hat sich zusammen mit ihrer 17-jährigen Schwester Esther für eine Seite im Bauernkalender 2008 beworben und kam von 250 Bewerberinnen unter jene 60 Girls, die zu Probeaufnahmen eingeladen wurden.

Jetzt warten die Bürner Bauerntöchter gespannt auf die Antwort vom Herausgeber. «Mit einem guten Gefühl», wie sie betonen. Die Konkurrenz sei nicht zu unterschätzen, doch ihre Aufnahmen seien sehr gut geworden. «Die Bilder haben mir sehr gut gefallen», schwärmt Julia Hersperger. Unter anderem muss sie in der Jury Ex-Mister Schweiz Renzo Blumenthal und SVP-Nationalrat Toni Brunner von ihrer Schönheit überzeugen.

Der Herausgeber spielt mit den Effekten. Der Bauernkalender ist ein Hingucker. Damen in Spitzendessous posieren mit der Mistgabel oder tummeln sich im Stroh. Zwischendurch fallen einige Hüllen. «Wenn die Bilder sinnlich sind, stört mich das nicht», meint Hersperger. Sie habe sich beim Casting wohl gefühlt. Am Anfang sei man etwas scheu, doch dann würden sich die Hemmungen legen.

Die Anregung, sich für den Bauernkalender in Pose zu werfen, sei von ihren Freunden gekommen. Der Gedanke habe ihr auf Anhieb gefallen. «Der Bauernkalender hängt seit zwei Jahren auch in unserem Stall. Darauf abgelichtet zu werden, ist eine Ehre.» Schliesslich stecke hinter den Fotos die Idee, das Image der Schweizer Landwirtschaft aufzupolieren.

Auf den Schweizer Bauernhöfen wachsen Frauen heran, die wissen, was sie wollen. Bislang seien aus ihrem Umfeld nur ermunternde Worte gekommen. «Nun fiebern alle mit, ob wir für den Kalender posieren dürfen», sagt die aufgestellte Bürnerin. Plötzlich im Rampenlicht zu stehen, sei schon ein gutes Gefühl.

Ihr Leben sei von der Landluft geprägt, räumt Julia Hersperger ein. «Es war und ist heute noch selbstverständlich, auf dem Hof mitzuhelfen, anstatt in der Stadt herumzulungern.» Die Schweizer Landjugend sei dennoch aufgeschlossen und könne ebenso die Moderne verkörpern. Ums Geld gehe es ihr beim Bauernkalender nicht, betont das Bürner Hobby-Model. «Über allfällige Gagen haben wir noch nicht gesprochen», meint sie lachend.

Die Tiere und das Landleben liegen ihr am Herzen, dennoch sieht sie ihre Zukunft nicht als Bäuerin. Sie habe sich für einen Job im Verkauf entschieden, ihre Schwester lernt Friseurin. Der elterliche Betrieb soll später von ihrem Bruder geführt werden, erklärt Julia. Die Tiere seien ihr Hobby. «Mit Hund und Esel gehen wir spazieren. Die Katzen halten wir nicht zum Mäuse jagen, sondern aus Freude am Tier.» Sie wünscht sich deshalb eine Aufnahme mit Tieren. Auf jeden Fall will sie zusammen mit Esther in den Schweizer Ställen bewundert werden.

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