Schweizer Bauer, 29.6.2007

© Schweizer Bauer, 29.6.2006

Bauernkalender 2007: Witzig, sexy oder frech

Dieser Tage wurden die Aufnahmen für den nächstjährigen Bauernhofkalender gemacht. Mal frech, dann wieder witzig und sexy posierten Schönheiten aus verschiedenen Landesteilen der Schweiz. Unter anderem auf dem Eigenmannshof im Thurgauischen Berg.

Ganz früh am schon Morgen gehts auf Eigenmanns Hof im Thurgauischen Berg mit den Vorbereitungen los. In diesem Jahr werden die Fotos für den Bauernkalender nämlich grossenteils dort geschossen. Als „Ausnahmezustand“ aber sieht es die Familie nicht, insbesondere auch, weil die Tochter des Hauses sich kurzfristig aus dem Shooting ausgeklinkt hat. „Es wurde mir einfach zu viel mit der Presse. Ich habe das unterschätzt“, erklärt Andrea und findet es schade, dass sie nun keine romantischen Profifotos bekommen würde. Und dennoch: „Mein Entscheid steht fest. Ich kann den Rummel nicht haben“, sagt die hübsche junge Frau mit Bestimmtheit. Mitzuverfolgen aber, wie Bea, Silvia, Anne und weitere ländliche Schönheiten aus verschiedenen Landesteilen der Schweiz geschminkt und ins perfekte Licht gerückt werden, findet sie interessant und wirft deshalb immer wieder einen Blick ins Geschehen. „Wir wählen immer mehr Models aus, als wir eigentlich benötigen“; sagt Produzent Mike Helmy. Wenn die eine aussteige, dann komme halt eine andere mehr zum Zug. Und sonst würden halt einige Models auf Bildern gemeinsam abgelichtet, damit keine „ausgeladen“ oder auf Abruf wieder kurzfristig engagiert werden müsste.

Nur Nebenschauplatz

Die Familie, auf deren Hof das Shooting stattfindet, steht dem Team nur zur Seite, wenn das erforderlich ist, obwohl speziell für die Zeit während des Shootings ein Container aufgestellt wurde, in dem geschminkt, umgezogen oder auch pausiert wird. Es werden übrigens auch immer zwei Höfe für die Shootings ausgewählt, von denen sich Models gemeldet haben. Der Eigenmannshof bietet sich aufgrund der Vielfalt seiner Produkte und der Schönheit der Gebäude bestens dafür an. „Die Arbeit auf dem Hof muss aber möglichst im gewohnten Rahmen weitergehen können“, erklärt Sonja, weshalb man sich grossenteils am Rande des Bauernhofgeschehens bewegt. Sonja Luck ist es auch, die die Models sehr persönlich betreut und stets an deren Seite ist. Man sei aber dankbar, dass Familie Eigenmann Crew, Gäste und Models mit Pausenkaffee und Essen versorge. Und einige der Models durften dort auch übernachten, weil die Anreise sonst viel zu lang gewesen wäre.

Eingespieltes Team

Dabei hat jede der Schönheiten sich ihr Outfit in diesem Jahr selber auswählen können. Vorgegeben war aber die Farbenwahl, wie Stylistin Sonja Luck erklärt und dementsprechend werden die Models auch farblich geschminkt. Visagistin Monika Grass ist ebenso wieder beim Shooting für den Bauernkalender 2007 dabei wie Grafikerin Renata Zutautaite, Assistentin von Fotograf Philipp Jeker. Wie immer leitet auch Mike Helmy die Produktion. Landwirtschaftslehrling Stefie ist selbst Model im nächsten Kalender und vertritt nun bei den Shootings die landwirtschaftliche Seite. „Sie weiss am besten, ob die Sujets noch natürlich wirken oder nicht und hat auch immer gute Ideen“, sagt Mike Helmy. Die Posen dachten sich Renata Zutautaite und Fotograf Philipp Jeker aus, lange noch, bevor es für die eigentlichen Models Ernst gilt.

Zu nichts gedrängt

Während Bea sich niemals oben ohne ablichten lassen würde, hat hier Silvia keine Skrupel. „Die Fotos werden von Top-Profis gemacht und wirken dementsprechend edel“; sagt sie. Es werde hier immer nur angedeutet und niemals präsentiert. So bewegt sich die junge Schönheit aus Davos denn ganz natürlich vor der Kamera, mit einem rot-gelben Apfelberg, den kurz zuvor der Herr des Hofes per Gabelstabler herangeschafft hat. „Probier einmal den Körper etwas hoch zu heben und einen Schmollmund zu machen“, rät Mike Helmy. Andernseits wirke sie leicht zusammengestaucht. Nun sieht auch der Laie den Unterschied. Die Äpfel werden je nach Sujetwahl anders hergerichtet. Für die nächsten Fotos muss Silvia in Spitzenunterwäsche posieren. Doch dafür muss sie erst ihr luftiges Schnürkleidchen ausziehen. Sonja Luck hilft ihr dabei und Monika Grass eilt heran, um den Sonnenbrand, den sich Model Silvia am Vortag noch geholt hat, mit Make up zu verdecken. Wieder posiert Silvia hinter der Apfelharasse, schürzt ihre Lippen zum Kuss, schaut mal verträumt, dann wieder einladend und frech. Die Shooting-Crew macht dazwischen den einen oder anderen Vorschlag, wie sie sich auch noch ablichten liesse. Dass es oft nur um Millimeter geht, weiss auch das Thurgauermodel Bea zu berichten. „Ich habe fast den Krampf in den Beinen bekommen, als ich den Korb voller Heu auf der Treppe mit dem einen Bein festhalten und dazu noch locker lächeln musste“, beschreibt sie. Ansonsten aber habe sie sich gewundert, wie ruhig alles abgelaufen sei. „Ich habe die Zeit ganz vergessen“, sagt sie, als das letzte Bild im Kasten ist. Sie habe sich zu jedem Zeitpunkt sicher und zu gar nichts gedrängt gefühlt. Aus diesem Grunde würde sich die Bauerntochter auch jederzeit wieder für ein Bauernkalender-Shooting melden.
Cornelia Forrer

Presseartikel 2014