Basellandschaftliche Zeitung, 9.7.2007

© Basellandschaftliche Zeitung; 9.7.2007

Dauerlächeln für die Landwirtschaft

Büren Die Schwestern Julia und Esther Hersperger posierten auf dem Hof ihrer Eltern für den Bauernkalender

Ein stolzer Vater, ein grosses Produktionsteam und zwei Mädchen › das Shooting für den kommenden Bauernkalender brachte einen Hauch von Glamour nach Büren.

Eugen Schwarz Jun.

Julia und Esther Hersperger werden im nächsten Jahr einen Monat lang die Fantasien von Besitzern des Bauernkalenders anregen. Die beiden jungen Frauen haben geschafft, was 250 andere Mädchen ebenfalls wollten. «Wir haben immer davon geredet, selber zu posieren, unsere Freunde haben uns Mut gemacht und deshalb sind wir zur Tat geschritten», erzählt Julia Hersperger. Die letzten beiden Ausgaben des Bauernkalenders sind auch auf dem Hersperger-Hof auf Beachtung gestossen. «Es ist schon ungewohnt, die eigenen Töchter so zu sehen», meint Vater Ueli Hersperger während des Shootings, «aber sie polieren damit das Image der Landwirtschaft auf.»

«Haben wir genügend Haut?», fragt Fotograf Marcel Nöcker die Stylistin Erika Matile. Ja, Haut ist genügend zu sehen, Julia und Esther sind in Hot Pants und fast durchsichtige Oberteile eingekleidet. Als Requisite dient ein John-Deere-Töffli, auf dem die beiden Bauerntöchter so gut es geht erotisch wirken sollen. Zum Entsetzen von Erika Matile hat Julia blaue Flecken an den Beinen. «Du solltest dich doch schonen», sagt sie. «Das werden wir dann wohl wegretouchieren müssen.»

Fotograf Nöcker blickt derweil skeptisch in Richtung Himmel, der sich zunehmend verdunkelt. «Jetzt müssen wir pressieren und nicht vergessen: Wenn es regnet, geht ihr sofort unter den Schirm.» Diesen hält der Papa und Nika Gass, die Maskenbildnerin, ist sichtlich nervös, jeder Regentropfen, der eines der Mädchen trifft, könnte ihre Arbeit zerstören.

Gerade noch rechtzeitig vor dem grossen Regen und dem Auftritt eines Hintergrund-Esels lässt Fotograf Nöcker die Szenerie räumen; die Mädchen posieren, die Kamera klickt, das Licht blitzt auf. Nöcker ist von den Hersperger-Töchtern begeis-tert. «So ein schönes Lächeln», schmeichelt er, welches Mädchen er damit meint, bleibt offen. Das Dauerlächeln schlägt Julia auf die Kondition. «Da bekomme ich ja Muskelkater», entfährt es ihr. Nöcker lässt sich dadurch nicht beeindrucken. «Heute machen wir nur Titelbilder», ist er überzeugt. Fünf Minuten später ist der erste Teil der Session im Kasten, das erste Nass kommt vom Himmel, die Mädchen müssen ins Trockene flüchten. Julia und Esther geben in dieser Zwangspause den Medien Auskunft. «Es fühlt sich anders an, als normal fotografiert zu werden, es wird auf jedes Detail geschaut», sagt Esther. «So haben wir uns noch nie in Szene gesetzt, es fühlt sich gut an», sagt ihre Schwester. Vater Ueli kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. «Ich habe mir das Shooting nie so aufwändig vorgestellt, es ist verrückt, was für ein Theater für ein einziges Bild gemacht wird.»

Presseartikel 2014