Basellandschaftliche Zeitung, 20.6.2007

© Basellandschaftliche Zeitung / MLZ; 20.06.2007

Tanja peppt das Bauernimage auf

Die 19-jährige Tanja aus Lupsingen posiert mit einem Ferkel für den Bauernkalender

Die 19-jährige Bankangestellte und Bauerntochter Tanja aus Lupsingen ist eines der 15 Kalendergirls, die den Schweizer Bauernkalender 2008 zieren.

Natascha Chtanova

Eine junge blonde Frau hält lächelnd ein Ferkel vor ihrer Brust. So sieht die 19-jährige Tanja › ihr Nachname solle nicht in die Zeitung kommen, bittet sie › aus Lupsingen auf ihrem Casting-Foto für den Schweizer Bauernkalender 2008 aus. Das Ferkel hat ihr Glück gebracht, denn Tanja hat es unter die 15 glücklichen Bauerntöchter, Landwirtinnen und Bäuerinnen geschafft, welche die Konkurrenz ausgestochen haben und den nächsten Schweizer Bauernkalende] zieren werden.

«Ich kann mich damit sehr gut identifizieren, weil ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin», betont Tanja. Immer mehr Höfe würden schliesslich zugehen, deshalb habe diese Berufsgruppe eine Imageaufwertung bitter nötig. Der Bauernkalender würde mit seiner lockeren Art das Bild der Landwirtschaft aufpeppen.

Gespannt auf Fotoshooting

«Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, mich beim Bauernkalende] zu bewerben, doch erst als meine Eltern mit meiner Idee einverstanden waren, habe ich es auch gewagt», erinnert sich Tanja. Auch ihr Freund habe die Idee gut gefunden und sie darin unterstützt.

Dass im Bauernkalende] auch Haut gezeigt wird, stört die Bankangestellte nicht. Doch es verhalte sich nicht so, dass sie sich bedenkenlos enthüllen würde: «Der Reiz dahinter ist zu erfahren, wie weit man gehen kann, um ein schönes Bild zu erhalten.» Sie weiss noch nicht, was sie am Kalender-Fotoshooting erwartet. «Ich lasse es auf mich zukommen.»

Es hat sich bereits herumgesprochen, dass die 19-jährige Lupsingerin eines der neuen Kalendergirls sein wird. Bisher habe sie aus ihrem Umfeld durchwegs positive Reaktionen auf ihre Teilnahme beim Bauernkalende] erhalten. «Meine Grossmutter hat nur gelacht und dann gesagt, ich soll aufpassen. So sind halt Grossmütter», erzählt Tanja.

Im Januar ist die 19-Jährige von zuhause in ihre erste eigene Wohnung ausgezogen. «Manchmal ist es mir in meiner Wohnung zu ruhig, denn bei meinen Eltern und vier jüngeren Geschwistern war immer einiges los», sagt sie. Das Familienleben fehle ihr deshalb bisweilen, weshalb sie öfters bei ihren Eltern zu Besuch komme. Früher habe sie bei der Züchtung und beim Verkauf von Weihnachtsbäumen, einer Spezialität des elterlichen Bauernhofs in Tecknau, mitanpacken müssen: «Diese Arbeit hat mir immer grossen Spass gemacht.»

Alle Kinder mussten auf dem Bauernhof stets mithelfen, doch Tanja ist dabei etwas bevorzugt behandelt und entlastet worden, da sie schon seit langem daneben viel Sport getrieben hat. Ihre grosse Leidenschaft ist seit vielen Jahren der Strassen- und Berglauf, und sie rennt auch regelmässig am Basler Stadtlauf, am Gempenberglauf und anderen regionalen und nationalen Veranstaltungen mit.

Laufschuhe und Berufsmatur

«Wenn es mir einmal nicht gut geht, dann muss ich meine Turnschuhe anziehen und losrennen, dann kann ich meine Gedanken ordnen», sagt Tanja. Momentan stecke sie in einer Aufbauphase, da sie bis vor Kurzem aus gesundheitlichen Gründen mehrere Monate nicht rennen durfte.

Vor einem Jahr hat Tanja ihre kaufmännische Lehre abgeschlossen, doch nun möchte sie weiterlernen und wird deshalb im August die Berufsmatur in Angriff nehmen: «Es wird wohl ziemlich schwierig sein, das alles zu verbinden: die Arbeit, das Lernen und das Laufen.»

Auf die neue Herausforderung, die Berufsmatur, freut sie sich ausserordentlich, denn sie möchte mehr Möglichkeiten in ihrem Berufsleben haben. Doch was sie, die gegenwärtige Bankangestellte, schlussendlich machen will, steht noch nicht fest: «Meine Karriereplanung geht noch nicht über drei bis vier Jahre hinaus.»

Wunschmonat wäre Dezember

Jetzt könne sie sich noch nicht vorstellen, einmal in der Landwirtschaft tätig zu sein, da sie sich gegenwärtig im Büro sehr wohl fühle, doch vielleicht würde sie in 20 Jahren anders darüber denken.

Tanja weiss übrigens noch nicht, welchen Monat sie im Bauernkalender zieren wird. «Mein Vater hofft, dass es Dezember 2008 sein wird», lächelt sie, «wegen des Weihnachtsbaumverkaufs.»

Presseartikel 2014